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 Handbuch:  Thema: Abfall

 Handlungsfelder zum Thema: Abfall  
 

Abfall

Kurz gesagt: Der Umgang mit Abfall ist ein zentraler Bestandteil einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Stoffwirtschaft. Eine optimierte Abfallbewirtschaftung ist eine Kombination aus Entsorgung, Verwertung und Vermeidung. Die Schweizer Abfallbewirtschaftung stellt ein optimiertes System dar, das die Umweltverschmutzung minimiert und gleichzeitig Anreize zur Abfallvermeidung setzt. In diesem System nehmen die Gemeinden eine zentrale Rolle ein, weil sie einen Grossteil des Abfallwesens organisieren.

 

Abfall - eine Station im Leben eines jeden Produkts

Alle materiellen Güter werden am Ende ihres Lebenszyklusses zu Abfall. Abfall ist Material am falschen Ort und zur falschen Zeit. Abfall stört das ästhetische Empfinden, ist ein hygienisches und letztlich auch ein Umweltproblem. Abfälle müssen daher weggeschafft (entsorgt), in Gebrauchsgüter umgewandelt (verwertet), oder noch besser vermieden werden. Das Abfall-Leitbild der Schweiz (BUWAL 1986) und das Abfallkonzept für die Schweiz (BUWAL 1992) sind Dokumente, welche die Ziele und Grundsätze für eine nachhaltige Stoffwirtschaft festlegen. Das Abfall-Leitbild hat seit seiner Konzeption nicht an Aktualität verloren und setzt nach wie vor die Prioritäten für die Abfallwirtschaft.

Der zentrale Grundsatz im Abfall-Leitbild hält fest, dass Massnahmen in der Sammlung, Behandlung und Beseitigung von Abfällen zu einer Minimierung der gesamten Umweltbelastung führen müssen. Dies gilt auch für die stoffliche Verwertung: Recycling von Abfallstoffen ist nur dann sinnvoll und nachhaltig, wenn unter dem Strich die Umweltauswirkungen geringer sind als wenn der Abfall entsorgt und neue Rohmaterialien verwendet werden. Da die Kosten der Abfallwirtschaft gleichzeitig zu minimieren sind, muss die Entsorgung der Abfälle hinsichtlich dieser zwei Kriterien (Kosten und Umweltbelastung) optimiert werden. Diese Optimierung ist in den vergangenen 20 Jahren in der Schweiz weitgehend erfolgt. Die Sammelstatistiken des BUWAL zeigen, dass sich die pro-Kopf-Mengen der verschiedenen Abfallsortimente weitgehend stabilisiert haben und dass die Trennung der Abfallströme an der Quelle einen hohen Standard erreicht hat. Abweichungen bzw. Umlagerungen ergeben sich vor allem als Folge der Markteinführung neuer Produkte, wie beispielsweise der Ersatz von Mehrwegflaschen für Getränke durch die Einführung von PET als Getränkeverpackungsmaterial.

 

Die Schweizer Abfallwirtschaft in aller Kürze

Die Bereitstellung einer Sammellogistik für Glas, Metalle, Papier etc. gehört inzwischen ebenso zum Standardangebot einer Schweizer Gemeinde wie die Organisation des Abfuhrwesens für Hauskehricht und Grüngut. Durch die landesweite Durchsetzung einer umweltgerechten Verbrennung, die als „Allesfresser“ dafür ausgelegt ist, Abfälle jeglicher Herkunft mit minimalen Umweltauswirkungen zu behandeln, ist die Abfallwirtschaft als Ganzes robust. Gemeinden können mit der Gestaltung der Gebührenerhebung und der Attraktivität von Entsorgungsplätzen oder Rücknahmestellen dafür sorgen, dass die Separation von Abfallsortimenten an der Quelle optimiert wird. Für die bei der Entsorgung durch die Kehrichtverbrennanlage (KVA) besonders kritischen Elektronikabfälle und Batterien gibt es die Rücknahmepflicht durch die Verkaufsstellen und damit eine flächendeckende Entsorgungslogistik. Der Erhöhung der Rücklaufzahlen, d.h. der Vermeidung dieser Stoffe in der Verbrennung, kommt wegen der hohen Schwermetallgehalte und der damit verbundenen Umweltgefährdung hohe Priorität zu.

 

Nachhaltigkeit und Abfall

Mit Kaufentscheidungen beeinflussen wir beides, die vorgelagerte Versorgungskette und die nachgelagerte Entsorgungskette. Traditionell befasst sich die Abfallwirtschaft nur mit der Entsorgung, d.h. mit der Sammlung, Verwertung oder Beseitigung von ausgedienten Produkten. Im Sinne der nachhaltigen Entwicklung (>> Nachhaltigkeit – Geschichte einer Idee) ist es unbedingt erforderlich, das Augenmerk vermehrt auch auf die vorgelagerte Produktion zu richten, d.h. auf den Abbau, den Transport und die Veredelung von Rohstoffen, die Produktion von Gütern und deren Verteilung. Diese Prozesse sind für die Ressourcenbewirtschaftung von zentraler Bedeutung. Vermeidung und Verminderung sind die Hebel, durch die lokales Handeln global wichtige Auswirkungen haben kann.

Die primäre Aufgabe der Abfallwirtschaft ist die Vermeidung von Umweltverschmutzung und von hygienischen Problemen in grossen Ballungsgebieten, d.h. sie steht in erster Linie im Zusammenhang mit sozialen und umweltbezogenen Zielen einer nachhaltigen Entwicklung. Im umfassenden globalen Umweltbericht der UNEP (Global Environment Outlook http://www.unep.org/geo/geo3/) ist das Thema feste Abfälle denn auch unter der Rubrik „urban environment“ zu finden. Die vorwiegend hygienische Aufgabe der Abfallwirtschaft steht in den Entwicklungsländern nach wie vor im Vordergrund. Bei uns ist Abfall das sichtbare Produkt überhitzten Konsums. Der Verbrauch von Energie und von nicht erneuerbaren Rohstoffen in industrialisierten Ländern übersteigt den Verbrauch in Entwicklungsländern um ein Vielfaches, mit entsprechenden Folgen für die Umwelt. Die Reduktion dieses Umsatzes bei gleichbleibender Lebensqualität müsste eines der vordringlichsten Ziele nachhhaltigen Wirtschaftens sein.

Der Stoffumsatz – und damit die Abfallproduktion eines Landes – korreliert mit dessen Bruttosozialprodukt (BSP): je höher das BSP, desto höher im Allgemeinen die pro-Kopf-Produktion von Abfall, auch wenn es regional und kulturell grosse Abweichungen gibt. Eine Reduktion der Stoffintensität einer Volkswirtschaft bei gleich bleibender Wertschöpfung ist jedoch möglich und sollte in den Industrieländern als Ziel nachhaltigen Wirtschaftens im Vordergrund stehen. Über die Verknüpfung mit der Rohstoffkette ist die Abfallproblematik ein Nachhaltigkeitsthema im globalen Massstab.

 

Zuständigkeiten national und international

In der Schweiz sind die Gemeinden für die Organisation des Entsorgungswesens im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben zuständig. Die eigentliche Entsorgung ist durch die „Technische Verordnung über Abfälle“ geregelt und schliesst beispielsweise das Verbrennungsgebot ein (brennbare Abfälle sind in dazu geeigneten Anlagen thermisch zu behandeln). Die Organisation der Abfallentsorgung ist weitgehend Sache der Gemeinde. Gemeinden haben die Chance, mit der Gestaltung der Gebühren und der Attraktivität von Sammelstellen oder Rücknahmedienstleistungen die Effizienz von Separatsammlungen zu verbessern und damit einen Beitrag zu einer umweltfreundlichen Entsorgung und Verwertung von Abfallstoffen zu leisten.

Das Abfallleitbild postuliert, dass die Abfallprobleme hier und jetzt gelöst werden müssen, d.h. die Belastung der Menschen in ärmeren Ländern durch Abfallexporte ist ebenso zu vermeiden wie die Abwälzung der Probleme auf nachfolgende Generationen durch nicht sachgerechte Beseitigung.

Abfälle fliessen immer in die Richtung des geringsten Widerstands und entlang dem Reichtums-Gefälle. Das bedeutet, dass in einer globalisierten Welt ohne gesetzliche Vorschriften Abfälle dorthin exportiert würden, wo sie zu geringsten Kosten entsorgt werden können, mit entsprechenden Folgen für die lokale Bevölkerung und deren Umwelt (Sozial- und Umweltdumping). Um den Export von Abfällen in Entwicklungsländer zu unterbinden, wurde 1989 in Basel ein internationales Abkommen geschlossen, welches inzwischen von der Mehrzahl der Länder ratifiziert wurde. Die internationale Basler Konvention von 1989 (Basel convention) regelt den grenzüberschreitenden Verkehr mit gefährlichen Abfällen. Die Kontrolle gefährlicher Abfallströme über Landesgrenzen hinweg ist eine Aufgabe nationaler Behörden im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung und der Vermeidung von Sozial- und Umweltdumping.

 

Gründe für eine Gemeinde, aktiv zu werden

Die Organisation der Abfallbewirtschaftung ist eine Aufgabe der Gemeinden. Ein effizient organisiertes Abfallsammelkonzept kann helfen, Kosten zu sparen. Zum einen entlasten separat gesammelte Abfälle die Kosten für die Verbrennung (inkl. Sammellogistik und Transport), welche in der Regel von den Gemeinden über Gebühren finanziert werden. Zum anderen stellen separat gesammelte Abfälle oft einen marktfähigen Wert dar. So kann z.B. für Glas, Altmetall oder Papier ein Preis erzielt werden, der zumindest einen Teil der Infrastruktur- und Sammelkosten trägt. Einsparungen für die Gemeinde sind durch Abfallverminderung, effiziente Organisation des Recycling etc. zumindest theoretisch möglich. Ein erhöhtes „Abfallbewusstsein“ in der Gemeinde trägt dazu bei, dass herumliegender, achtlos weggeworfener Abfall (sog. Littering) vermieden werden kann.

 

Recycling ist nicht alles!

Die Fortschritte im Abfallmanagement werden in der Regel über die Recyclingquoten gemessen. Dabei wird die primäre Zielsetzung einer nachhaltigen Stoffbewirtschaftung, die Abfallvermeidung, gerne übersehen. Abfallvermeidung setzt allerdings Änderungen in der Produktion (clean production) und im Konsumverhalten voraus. Nur letzteres ist in einer LA 21 thematisierbar.

 

Wissenschaftliche Erkenntnisse und Umstrittenes

Der Abfallwirtschaft kommt eine wichtige Rolle bei der Kontrolle von Stoffströmen in die Umwelt zu. Dies trifft in besonderem Masse auf die Flüsse von Schwermetallen wie Cadmium und von Chlor zu. Der Vermeidung solcher Flüsse sind Grenzen gesetzt und technische Massnahmen sind erforderlich, um die Flüsse zu kontrollieren. Technische Massnahmen beim Recycling, in der Abfallbehandlung und Ablagerung haben einen wichtigen Einfluss auf die Vermeidung von Emissionen in die Umwelt.

Ökobilanz-Untersuchungen belegen, dass die Abfallverbrennung aus ökologischer Sicht eine gute Option für die Entsorgung darstellt. Die Umsetzung von Verbesserungsmöglichkeiten bei der Behandlung von Verbrennungsrückständen würde die Ökobilanz jedoch noch erheblich verbessern.

Das Stoffstrommanagement einer wirtschaftlich und ökologisch optimalen Abfallentsorgung hängt in besonderem Masse auch von der zur Verfügung stehenden Technologie ab. So ist es durchaus denkbar, dass Fortschritte in der End-of-pipe Technologie (Müllverbrennung, Kompostierung) zu einer Neubeurteilung von Separatsammlungen führen. Wenn beispielsweise eine KVA mit einer Schlackeaufbereitung ausgerüstet ist, die Metalle selektiv aus der Schlacke zurückgewinnen kann, wird die Separatsammlung von Blechbüchsen ökologisch und ökonomisch fragwürdig.

 

Probleme und Stolpersteine

Eine hocheffiziente und kapitalintensive Entsorgungsinfrastruktur kann, wie das Beispiel im vorangehenden Paragraph zeigt, das Optimum des Stoffstrommanagements verschieben. Sie kann aber auch kontraproduktiv sein für effektive Abfallvermeidungs-, bzw. -verminderungsmassnahmen. Wegen der hohen Fixkosten einer Verbrennungsanlage steigen die spezifischen Kosten pro Tonne Abfall, je weniger die Anlage ausgelastet ist. Damit entstehen für die Gemeinde und die KonsumentInnen keine Anreize zur Abfallverminderung oder -verwertung.

Ökologisch optimale Entsorgung ist ein „moving target“: Das Optimum hängt wesentlich von dem Stand der Technik und der Verfügbarkeit von regionalen Entsorgungsanlagen und der vorhandenen Infrastruktur ab. Aus ökologischen Gründen macht es beispielsweise Sinn, in einer Gemeinde, welche keine separate Grüngutsammlung organisiert, die Quartierkompostierung zu fördern. Wenn eine Gemeinde jedoch das Grüngut separat sammelt und einer Vergärungsanlage mit Energierückgewinnung (z.B. Kompogasanlage) liefert, dann ist die Förderung der dezentralen Kompostierung ökologisch wenig sinnvoll.

 

Abfall in einer globalisierten Wirtschaft

Die stofflichen Ressourcen, welche wir mit festen Abfällen entsorgen, stammen aus nicht erneuerbaren (z.B. Erze) oder erneuerbaren Rohstoffen (z.B. Baumwolle) und werden mit unterschiedlich grossem Aufwand an Energie und Hilfsstoffen produziert. In einer globalisierten Wirtschaft sind die ökologischen und sozialen Kosten der gesamten Produktionsketten oft nur schwer auszumachen. Je nach Herkunft eines Produkts oder Rohstoffs sind die ökologischen Auswirkungen der Produktion (Schadstoffemissionen, Ressourcenverschwendung bei nicht erneuerbaren Ressourcen, Übernutzung von erneuerbaren Ressourcen) und die sozialen Standards sehr unterschiedlich. Die durch nicht nachhaltige Produktion entstehenden Schäden können lokal nur durch Vermeidung entsprechender Produkte, bzw. durch deren Substitution minimiert werden . Durch die Nachfrage nach nachhaltig produzierten Gütern, bzw. durch die Vermeidung nicht nachhaltiger Produkte können KonsumentInnen die ProduzentInnen und VerteilerInnen zur Einführung bzw. Durchsetzung nachhaltiger Produktionsstandards bewegen. Im gesamten Lebenszyklus eines Produkts (Produktion, Gebrauchsphase, Entsorgung) sind die Umweltbelastungen der Abfallbehandlung und -beseitigung mit heutigen mitteleuropäischen Standards vergleichsweise gering, allerdings nur, wenn sichergestellt ist, dass insbesondere gefährliche Abfälle, d.h. Abfälle mit hohem Gefährdungspotenzial für Gesundheit und Umwelt, sachgerechter Behandlung zugeführt werden. Werden hingegen z.B. Elektronikabfälle zum „Recycling“ in die Dritte Welt exportiert, hat das in den meisten Fällen für die Gesundheit der mit dem Recycling betrauten ArbeiterInnen und für die Umwelt verheerende Folgen, wie das Beispiel des Exports von Elektronikschrott nach China zeigt.

 

EXKURS (Autorin Heidi Hofmann, 02.09.2008)


Praxisbeispiel:

 

Einfälle statt Abfälle: Aktivitäten zur Abfallthematik und Littering im Telli-Quartier (Aarau)



Ausgangslage

Im Handlungsbereich Umwelt und Gesundheit führte die Pilotregion Aarau-Telli sog. Umweltwochen durch. Das Telli-Quartier ist wie die meisten Schweizer Städte mit achtlos auf öffentlichem Grund weggeworfenem Abfall, dem so genannten Littering, konfrontiert. Gemäss einer Umfrage in der Telli-Bevölkerung ist die Sauberkeit ein wichtiges Thema. Unter dem Motto „Einfälle statt Abfälle“ wurden zum Thema Abfall/Littering verschiedene Aktionen durchgeführt, um die Bevölkerung zu sensibilisieren.


Leistungen

Umweltwochen Aarau: Eine Arbeitsgruppe aus diversen Fachleuten (Hauswart, Werkmeister, Umweltschutz-Beauftragter der Stadt, etc.) führte verschiedene Aktionen durch:

  • Plakate und Kartenaktionen: In der ganzen Stadt Aarau sowie in der Telli wurde mit insgesamt 15 Weltformat-Plakatstellen auf die Umweltwoche hingewiesen. In jeden Haushalt wurden Postkarten verteilt, mit diversen Sujets zum Thema „Aarau unterwegs zu mehr Lebensqualität und weniger Abfall“.
  • Abfalltisch: Während zwei Wochen zeigte ein vor dem Telli-Einkaufszentrum platzierter Abfalltisch, wie viel Abfall Herr und Frau Schweizer pro Jahr produzieren.
  • Abfallturm: Eine Woche lang wurde im Telli-Quartier von den Schulkindern Abfall eingesammelt („gefötzelt“). Die Hauswarte beteiligten sich ebenfalls und leerten den von ihnen gesammelten Abfall in einen bereitgestellten Abfallturm. Die Bewohnerschaft konnte mittels Wettbewerbskarten schätzen, wie viel Kilo „Littering“ sich da im Laufe einer Woche ansammelte. Am Ende der Aktion wog der Werkhof den Inhalt und ein Gewinner konnte ausgezeichnet werden.
  • Recycling-Bus: Während drei Tagen machte der Recycling-Bus Halt in Aarau. Schulklassen profitierten von den angebotenen Workshops zu Abfall/Littering. Z. B. mussten die SchülerInnen den bereitgestellten Abfall richtig trennen.

Aktion Kunst am Kübel: Die BewohnerInnen des Telli-Quartiers konnten einen Kehrichteimer bemalen und diesen während drei Wochen als Kübel-Gotte/Götti betreuen (d.h. leeren). An der Aktion beteiligten sich 40 Personen. Die bemalten Kübel wurden im ganzen Quartier aufgestellt.

Telli Recycling-Tag: Das Quartier machte beim Schweizerischen Recycling-Tag mit und erstellte für diesen Tag einen Recycling-Führer und ein Recycling-Memory. Der Führer wurde in sechs Sprachen herausgegeben.


Wirkungen

Die durchgeführten Aktivitäten in den Umweltwochen Aarau waren sehr erfolgreich. Die Bevölkerung hat über das Thema diskutiert und freute sich über die sichtbare Sauberkeit während den Aktionswochen. Die Teilnahme an den Aktionen war sehr hoch. Der Abfalltisch war z. B. ein sehr guter Anziehungspunkt und wurde stark beachtet.

Während den Aktionswochen war die Sauberkeit im Quartier gut sichtbar.

Es konnte institutionalisiert werden, dass sich die Hauswarte des Quartiers zwei Mal pro Jahr treffen, um weitere Massnahme in Bezug auf Abfall/Littering zu besprechen.

Alle Projektleiter waren nach Projektende überzeugt, dass eine jährliche Aktion oder Kampagne unumgänglich ist, um im Bereich Abfall/Littering etwas erreichen zu können.


Erfahrungen

Um die verschiedenen Aktivitäten durchführen zu können, brauchte es eine initiative Gruppe, die die Kampagnen vorbereitet und durchführt. Wichtig war, dass die relevanten Akteure (Hauswarte, Umweltbeauftragte) frühzeitig bei der Projektgenerierung einbezogen wurden.

Die Öffentlichkeitsarbeit zu allen Aktionen rund um das Thema Abfall wurde jeweils sechssprachig durchgeführt. So konnte eine aktive Beteiligung der ausländischen Bevölkerung erreicht werden.

Aktionen im Bereich Abfall/Littering haben rasche Erfolge. Um Sättigungseffekte von Abfall/Littering zu vermeiden, sollten alle Jahre eine Kampagne durchgeführt werden.


Empfehlungen

Die Auswahl der Partner/Akteure für die Umsetzung muss sorgfältig getroffen werden. Die Frage, welche Partner/Akteure sich für welche Themen eignen, muss zu Projektbeginn gestellt werden.

Für die Betreuung und Weiterverbreitung von Projekten müssen eine gezielte Kommunikationsstrategie sowie genügend personelle und finanzielle Ressourcen vorliegen.

Es wird empfohlen, jährlich wiederkehrende Kampagnen/Aktionen durchzuführen, um die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf gewisse Themen (Abfall/Littering) zu erhalten.


>> www.apug.ch (Verlinkung auf Internet Archive)
>> www.telli-quartier.ch

ENDE DES EXKURSES

 

Begründung der Handlungsfelder

Das wichtigste Handlungsfeld für die Gemeinde ist eine effiziente und sachgerechte Organisation der Entsorgungs – und Verwertungswege für die Abfälle und Wertstoffe. Sie ist der Schlüssel zur Umsetzung der Ziele einer nachhaltigen Stoffbewirtschaftung auf Gemeindeebene und sie gewährleistet, dass andere Probleme im Zusammenhang mit dem Umgang mit Abfällen (Littering, wilde Entsorgung) gelöst werden können.

 

Linkverzeichnis

 

Literaturverzeichnis

  • Ludwig, Christian et al. (2003): Municipal Solid Waste Management (Synthese des IP Abfall, SPPU). Berlin: Springer.
    Umfassendes Werk zum Thema Abfall, zu dessen ökologischen und sozialen Aspekten und enthält einen Ueberblick über den Stand der Umwelt- und Recyclingtechnik. Für die Vertiefung in das Gebiet geeignet.
  • Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (2002): BUWAL Bericht 2002. Bern.
    Das Kapitel zum Thema Abfall enthält auf einen Blick und in knapper Form die Strategie des Bundes und die für die Umsetzung in der Gemeinde relevanten Zahlen und Statistiken.
  • Schug, Hartmut et al. (2005): Nachhaltigkeit in der Abfallwirtschaft. Düsseldorf: VDI Technologiezentrum.
    Bericht eines Workshops zum Thema Nachhaltigkeit in der Abfallwirtschaft, in welchem Akteure die Ziele einer nachhaltigen Abfallwirtschaft und mögliche Wege diskutieren. Grundlagen, Beispiele und innovative Ansätze zum Thema werden vorgestellt.


 Weiteres dazu im
 Handbuch

 Links

 Dokumentinformationen
  • Autor: S. Stucki
  • Erstellt:
    12. Februar 2006
  • Redaktor: A. Mordasini
  • Dokumententyp: Handlungsbereiche