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Handbuch: Aufgaben, die den LA21-Prozess begleiten
Partizipation planen und umsetzen
Frage: Was ist bei der Planung und Umsetzung partizipativer Prozesse zu beachten?
Kurz gesagt: Um im Rahmen einer LA21 die Partizipation möglichst breiter Bevölkerungsschichten zu gewährleisten, gilt es, die Vorgehensweise sorgfältig zu planen. Dies betrifft insbesondere die Wahl des Vorgehens, weil je nach Zielsetzung verschiedene partizipative Methoden zur Verfügung stehen. Bei der Wahl des geeigneten Verfahrens und bei dessen Umsetzung sollte weiter darauf geachtet werden, dass die Voraussetzungen für das Gelingen eines solchen partizipativen Prozesses erfüllt sind. Welches diese Voraussetzungen sind und was die Auswahl des Verfahrens steuern sollte, ist in den folgenden Abschnitten dargelegt.
Das Ziel bestimmt das Vorgehen
Ein paar Leute einladen, Ideen entwickeln und los geht”s! So einfach ist es leider nicht, auch wenn es mancherorts so gehandhabt wird. Partizipation im LA21-Prozess muss strukturiert sein. Beteiligung ist kein vollkommen offener Prozess mit hoher Beliebigkeit, an dem alle teilnehmen können, die gerade Lust dazu haben. Ein gut geplanter und strukturierter Prozess ist notwendig, um effiziente Ergebnisse zu produzieren, um als glaubwürdig akzeptiert zu werden und um Frustrationen unter den Beteiligten zu vermeiden.
Sinnvoll ist daher ein gezieltes Management des partizipativen Prozesses. Dabei stellen sich unter anderem folgende Fragen:
Überlegungen grundsätzlicher Art zur Idee der Partizipation sind unter >> Nachhaltigkeit – weshalb partizipativ zu finden.
Partizipation ist nie Selbstzweck, sondern erfolgt mit einem bestimmten Ziel. Über das Ziel des Verfahrens sollte von Anfang an Klarheit herrschen. Daraus leiten sich die Wahl der Methode und die Auswahl der Teilnehmenden bzw. das Vorgehen bei der Auswahl der Teilnehmenden ab. Es kann sich auch herausstellen, dass für das gewünschte Ziel oder zum gegebenen Zeitpunkt ein partizipatives Vorgehen nicht geeignet ist.
Im Folgenden sind die wichtigsten Ziele aufgeführt, die mit einem partizipativen Prozess verfolgt werden können:
- Eine gemeinsame Kommunikationsbasis schaffen
- Sich einigen, gemeinsam aktiv zu werden, um die gegebene Situation zu verändern
- Regeln für ein gemeinsames Vorgehen festlegen
- Eine gemeinsame Vision oder ein Leitbild entwickeln
- Massnahmen bestimmen, wie bestehende Visionen und Ziele umgesetzt werden sollen
- Konkrete Planung von Projekten (Verkehrsprojekte, Zentrumsgestaltung usw.)
- Konflikte offen legen und Lösungen suchen
- Probleme analysieren und lösen
- Struktur und Abläufe erneuern sowie die (Arbeits-)Kultur ändern
Wie kann eine gemeinsame Vision zustande kommen?
Es werden fünf Grundmodelle unterschieden, wie eine Vision, ein Leitbild, eine Problemlösung oder eine Strategie für eine Gemeinde zustande kommen kann. Es ist sinnvoll, zu wissen, welches der folgenden Modelle zu welchem Zeitpunkt angewandt werden soll. Die beiden ersten Varianten „Informieren“ und „Überzeugen“ sind keine partizipativen Modelle, werden der Vollständigkeit halber aber trotzdem aufgeführt:
- Informieren: Die Leitung (z.B. Gemeinderat) entschiedet, wie eine Vision, eine Problemlösung oder eine Strategie aussieht und präsentiert dies der Gemeinde als „fait accompli“.
- Überzeugen: Die Leitung betont die Vorteile der Vision, die sie bereits beschlossen hat, mit dem Ziel, die Gemeinde davon zu überzeugen.
- Identifikation schaffen: Die Vision, die Strategie oder das Vorgehen werden als gegeben vorgestellt, Umsetzung und Konkretisierung werden gemeinsam erarbeitet.
- Konsultieren: Die Leitung hört die Betroffenen an, bevor sie eine Vision, ein Leitbild oder eine Strategie entwirft.
- Gemeinsam erarbeiten: Die Einwohner und Einwohnerinnen einer Gemeinde, bzw. die Betroffenen, erarbeiten in einem gemeinsamen Prozess eine Vision, eine Strategie oder eine Problemlösung.
Der Grad des Engagements der Beteiligten und ihr Wille zur Umsetzung des Vorhabens ist beim Modell „Informieren“ am tiefsten und beim Modell „Gemeinsam erarbeiten“ am höchsten.
Die einzelnen Modelle können zu unterschiedlichen Zeitpunkten eines Strategiebildungsprozesses zur Anwendung kommen, wie das folgende Beispiel verdeutlichen soll: In einer Gemeinde soll das Recyclingmanagement für Firmen erneuert werden. Alle Betroffenen (Gemeindeangestellte, Recyclingfirma, betroffene Betriebe) werden zu einer eineinhalbtägigen Veranstaltung eingeladen. Zu Beginn der Veranstaltung präsentiert der Gemeindepräsident seine Vision. Er streicht die Vorteile heraus und scheint die Anwesenden zu überzeugen (Überzeugen). Eine Steuerungsgruppe (Chefbeamte und Recyclingfirma) präsentiert einen Entwurf des Leitbilds, der Auskunft darüber gibt, wie die Vision in die Realität umgesetzt werden kann. Die Betroffenen erarbeiten in Kleingruppen ein Feedback auf das Leitbild, welches anschliessend überarbeitet wird (Konsultieren). Am zweiten Tag präsentiert die Steuerungsgruppe das überarbeitete Leitbild. In Arbeitsgruppen werden die notwendigen, konkreten Umsetzungsstrategien erarbeitet (Gemeinsam erarbeiten).
Hierzu gilt es noch anzumerken, dass im Rahmen von LA21-Prozessen grosser Wert darauf gelegt wird, dass bereits die Vision gemeinsam erarbeitet wird (>> Vision und Leitbilder erarbeiten).
Wichtige Voraussetzungen für das Gelingen eines partizipativen Prozesses
- Gemeinsames Interesse und die Bereitschaft zur Kooperation: Ohne dies ist ein partizipativer Prozess zum Scheitern verurteilt. Ein gemeinsames Interesse kann auch geweckt werden (>> Akteure mobilisieren und begleiten). Im Falle bereits bestehender Konflikte hängt die Bereitschaft zur Kooperation unter anderem von der Ausprägung des Konflikts ab – sie ist in der Regel um so kleiner, je stärker der Konflikt fortgeschritten ist (>> Mit Konflikten umgehen).
- Die Trägerschaft muss glaubwürdig und von den Akteuren akzeptiert sein: Für die Durchführung eines partizipativen Prozesses braucht es eine Trägerschaft. Deren Zusammensetzung ist bedeutsam für die Akzeptanz des Prozesses in der Bevölkerung (>> Trägerschaft aufbauen und Geschäftsführung sichern).
- Legitimation durch zuständige politische Gremien: Partizipative Prozesse werden von gewählten politischen Vertreterinnen und Vertrern oft als „Schattenparlament“ betrachtet und abgelehnt (>> Nachhaltigkeit – weshalb partizipativ). Dem kann entgegengewirkt werden, indem aktiv der Dialog gesucht und die Ziele des Prozesses klar dargelegt werden. Der partizipative Prozess soll gegenüber den herkömmlichen politischen Strukturen klar abgegrenzt und in gesetzlich vorgeschriebene Entscheidungsprozesse integriert werden. Eine offizielle Legitimation durch die politischen Gremien ist unabdingbar (>> An die formale Politik anbinden).
- Genügend Ressourcen: Partizipative Prozesse brauchen Zeit, Know-how und Geld. Die Initiierung eines grösser angelegten Prozesses – z.B. im Rahmen eines LA21-Prozesses – dauert in aller Regel mindestens ein Jahr. Dazu gehören folgende Schritte: Trägerschaft aufbauen, bei den Betroffenen Akzeptanz schaffen, die politische Legitimation erlangen und die Finanzierung sicherstellen. Insbesondere für die Öffentlichkeitsarbeit sind relativ viele Ressourcen notwendig (>> LA21 – Nutzen und Aufwand, >> Öffentlichkeitsarbeit organisieren).
- Ergebnisse sichern: Es muss von Anfang an klar sein, was mit den Ergebnissen geschieht. Die Umsetzung des Erarbeiteten muss so früh wie möglich in die Wege geleitet werden.
Professionelle Gestaltung des partizipativen Prozesses
Partizipative Prozesse so zu entwerfen und zu begleiten, dass sie erfolgsversprechend sind, benötigt viel Erfahrung. Es lohnt sich, dafür professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen (>> Externe Beratung beiziehen). Der Prozess sollte nicht von einer einzelnen Person verantwortet werden, sondern von einem Team. Dieses Team setzt sich idealerweise aus Vertretern der verschiedenen Akteur- bzw. Interessengruppen und einer Person, die professionell berät und unterstützt, zusammen. Das im Team erarbeitete Konzept für den Prozess sollte über folgende Punkte Auskunft geben:
- Was ist die Absicht und Motivation der Initiatorinnen bzw. der Trägerschaft?
- Welches Ziel wird mit dem Verfahren verfolgt? Welches ist der Stellenwert der partizipativen Verfahren im ganzen LA21-Prozess?
- Wie sieht der Ablauf des Prozesses aus (inkl. Kommunikation, Werbung, Präsentation der Ergebnisse und Evaluation)? Welche Öffentlichkeitsarbeit ist zu welchem Zeitpunkt vorgesehen? (>> Öffentlichkeitsarbeit organisieren)
- Welche Funktion haben welche Organe (Trägerschaft, OK, Begleitgruppe usw.)?
- Welche Themen sollen aufgegriffen werden und warum?
- Wie werden die Beteiligten ausgewählt?
- Welche konkreten Methoden sollen angewandt werden?
- Welche Massnahmen werden getroffen, um einen fairen Prozess zu gewährleisten? Wie können voraussehbare Konflikte vermieden werden? (>> Mit Konflikten umgehen)
- Was geschieht mit den Ergebnissen? An wen richten sich die Ergebnisse? Wo und wie werden sie präsentiert? Wer steht für die Ergebnisse gerade, wer sorgt sich für die politischen Entscheide, falls solche notwendig sind? Wer setzt die Ergebnisse um? (>> An die formale Politik anbinden)
- Wie wird das partizipative Verfahren bzw. dessen Ergebnis in den gesetzlich vorgeschriebenen Entscheidungsprozess integriert? (>> An die formale Politik anbinden)
- Wie wird der Prozess evaluiert?
Die Auswahl der geeigneten Methoden ist abhängig vom Ziel, vom Zeitrahmen und von der Anzahl Teilnehmenden. Anhand verschiedener Checklisten können Sie herausfinden, welche Verfahren sich für Ihren partizipativen Prozess besonders eignen würden (>> Partizipative Verfahren bestimmen).
Auswahl der Teilnehmenden
Die Auswahl der Teilnehmenden hängt vom Ziel des Prozesses ab. Grundsätzlich sollten alle involviert werden, die Informationen, Ideen und eigene Perspektive einbringen können. Zudem sollten alle, deren Unterstützung für das Umsetzen des Ergebnisses unabdingbar ist in den Prozess involviert werden. Alle von einem Problem, einem Konflikt oder einer Situation Betroffenen sollten die gleichen Beteiligungschancen haben. Die Kriterien und das Vorgehen für die Teilnehmerauswahl müssen transparent und nachvollziehbar sein. Es muss überlegt sein, wie Personen involviert werden, die nicht aktiv teilnehmen. (Z.B. durch vorgängige Interviews, Umfragen).
Ausführungen zum Thema Auswahl, Motivation und Begleiten der Akteure sind auch unter >> Akteure mobilisieren und begleiten zu finden.
Erfolgsfaktoren bei der Durchführung von Veranstaltungen im Rahmen partizipativer Prozesse
Damit Veranstaltungen im Rahmen partizipativer Prozesse erfolgreich verlaufen, müssen einige grundlegende Prinzipien und Regeln eingehalten werden:
- Moderation: Eine unabhängige und evtl. professionelle Moderation ist unabdingbar.
- Klares Mandat: Fragestellung, Aufgaben und Kompetenzen aller Beteiligten müssen von Beginn an klar sein und von allen akzeptiert werden.
- Flexibilität: Alle Beteiligten müssen bereit sein, auf ihre Präferenzen zugunsten anderer, als besser bewerteter Optionen zu verzichten.
- Gleiche Rechte und Pflichten: Alle Beteiligten sind innerhalb des Verfahrens gleichgestellt. Hierarchien, Kompetenzen und Machtverhältnisse ausserhalb des Verfahrens können keine Sonderrechte innerhalb des Verfahrens begründen. Schwache müssen gestärkt werden, mindestens dadurch, dass die Moderation auf die Einhaltung der Regeln achtet.
- Wissen und Lernen: Das Wissen aller muss mobilisiert und den anderen zur Verfügung gestellt werden. Alle müssen bereit sein, aus dem Wissen und den Argumenten der anderen zu lernen und ihre Positionen zu überdenken.
- Zeit haben: Die Beteiligten brauchen Zeit, um sich zu vernetzen und um ihren Standpunkt und den der anderen zu reflektieren. Der zeitliche Ablauf muss so gestaltet sein, dass die gesetzten Ziele ohne unnötigen Zeitdruck erreicht werden können. Genügend Zeit für Gruppenarbeiten und Kaffeepausen ist äusserst wichtig.
- Passivität vermeiden: Die Anlässe müssen so geplant sein, dass die Teilnehmenden möglichst aktiv sind.
- Selbstorganisation zulassen: Eine klare Aufgabe und Vertrauen in die Eigenverantwortung der Teilnehmenden bringen in der Regel die besten Ergebnisse. Dies fördert zudem die Identifizierung mit den erarbeiteten Ergebnissen und motiviert die Teilnehmenden bei der späteren Umsetzung. Bei Arbeiten in Kleingruppen sollte deshalb Selbstorganisation ermöglicht und zugelassen werden.
- Abwechslungsreiche Gestaltung: Veranstaltungen sollten attraktiv und abwechslungsreich gestaltet sein. Spiele, Ausbildungs- und Informationsteile, Theatereinlagen usw. können den Ablauf auflockern. Dabei gilt es aber, die Befindlichkeit der Teilnehmenden zu berücksichtigen. Gerade Spiele u.ä. können in einigen Gruppen hervorragend zur Motivation und Auflockerung beitragen, in anderen Gruppen aber zu Unmut führen.
- Verschiedene Verhandlungs- und Entscheidungskulturen berücksichtigen: In LA21-Prozessen, in denen Personen aus der Politik, der Verwaltung, der Wirtschaft sowie organisierte und nicht organisierte Einwohnerinnen und Einwohner aufeinandertreffen, bestehen grosse Unterschiede in Bezug auf Verhandlungsstile und der Kriterien der Entscheidungsfindung. Diese Unterschiede müssen berücksichtigt werden.
Instrument zur Qualitätssicherung - der ProzessKompass
Die Interfakultäre Koordinationsstelle für Allgemeine Ökologie der Universität Bern (IKAÖ) und ecos haben mit dem ProzessKompass ein Hilfsmittel für die Planung, Beurteilung und Verbesserung von Beteiligungsverfahren im Rahmen von Nachhaltigkeitsprozessen auf lokaler Ebene entwickelt. Das dialogorientierte Instrument ProzessKompass leitet dazu an, bereits bei der Planung, besonders aber bei der Standortbestimmung und Evaluation, verschiedene Sichtweisen und nicht nur Meinungen der Verantwortlichen zu berücksichtigen und für die laufende Verbesserung von partizipativen Prozessen zu nutzen.
Der ProzessKompass besteht aus drei Teilen. Dies sind erstens ein Leitfaden mit Hintergrundwissen zu den wesentlichen Beteiligungsverfahren und mit Erläuterungen zur Anwendung des ProzessKompasses, zweitens ein für die Planung und Evaluation nützlicher Fragebogen. Das dritte Element schliesslich ist der eAssistent, ein Computerprogramm. Mit ihm können die Personen, die an der Beurteilung eines Beteiligungsverfahrens teilnehmen, den Fragebogen elektronisch ausfüllen. Dem Koordinator bzw. der Koordinatorin des Prozesses erlaubt der eAssistent zudem, die Ergebnisse der Fragebogenanwendung zu berechnen und grafisch darzustellen.
Alle Materialien können bei der IKAÖ (für Postanschrift siehe www.ikaoe.unibe.ch) und bei ecos (für Postanschrift siehe www.ecos.ch) bestellt oder auf www.prozesskompass.ch bezogen werden.
Nachbereitung des partizipativen Verfahrens
Nach Beenden eines partizipativen Verfahrens gilt es,
- die Ergebnisse in der breiten Öffentlichkeit zu kommunizieren,
- die Einbindung in die vorgeschriebenen Entscheidungsprozesse sicherzustellen,
- die Umsetzung an die Hand zu nehmen bzw. die entsprechenden Personen bei der Umsetzung zu unterstützen,
- in Konfliktlösungsverfahren die „Verlierer“ bei der Präsentation der Ergebnisse zu unterstützen und
- den Prozess und die Umsetzung der Ergebnisse zu evaluieren.
Linkverzeichnis
Literaturverzeichnis
- Flury, Manuel & Geiser, Urs (Hrsg.) (2002): Local Environmental Management in North-South Perspective. Zürich: vdf-Verlag.
Eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Erfahrungen aus dem Süden und dem Norden über Vorteile, Möglichkeiten, Grenzen und Hindernisse in partizipativen Verfahren. Das Buch ist nur auf Englisch erhältlich.
- Apel, Heino et al. (Hrsg.) (1998): Wege zur Zukunftsfähigkeit – ein Methodenhandbuch. Bonn: Stiftung Mitarbeit.
Ein praxisorientiertes Handbuch, in dem verschiedene partizipative Verfahren beschrieben sind. Mit vielen anschaulichen Beispielen.
- Born, Manfred et al. (2000): Neue Formen der Bürgerbeteiligung. Ein praktischer Handlungsleitfaden für Städte und Gemeinden. Bremen: Econtur.
Ein praxisorientiertes Handbuch (95 S.), in dem ein Agendaprozess anhand des Beispiels der Stadt Syke beschrieben ist. Dabei werden verschiedene partizipative Verfahren vorgestellt und erläutert.
- Kollmann, Gerhard et al. (2003): Partizipation. Ein Reiseführer für Grenzüberschreitungen in Wissenschaft und Praxis. München & Wien: Profil-Verlag.
Aus den Erfahrungen in einem transdisziplinären, partizipativen Forschungsprozess in Österreich ist ein "Reiseführer" zum Thema Partizipation entstanden. Dieser bietet neben einer Darstellung von Grundlagenwissen und einer Zusammenstellung von Methoden der BürgerInnenbeteiligung Einblick in verschiedene weitere Aspekte von Partizipationsprozessen. Im zweiten Teil werden des Weiteren viele Beispiele von Partizipationsprozessen vorgestellt. Das präsentierte Wissen ist so aufbereitet, dass es für alle möglichen Arten von Partizipationsprozessen von Interesse und Nutzen ist.
- Wolf, Henrike (2005): Partizipation und Lokale Agenda 21. Ein interkommunaler Vergleich aus organisationssoziologischer Perspektive. Marburg: Tectum.
Diese Dissertation befasst sich breit mit dem Thema Partizipation in Lokalen Agenda 21 Prozessen auf kommunaler Ebene. Neben allgemeinen Ausführungen zu Nachhaltigkeitsprozessen, Lokale Agenda 21 und zur Partizipationsforschung geht das Kapitel 5 konkret auf die Rahmenbedingungen der Partizipation auf der Gemeindeebene ein. Dabei werden die Rahmenbedingungen, Akteure, Medien, mögliche Formen sowie Gefässe der Partizipation auf kommunaler Ebene erörtert. Im selben Kapitel werden des Weiteren die wichtigsten Partizipationsverfahren vorgestellt. Im zweiten Teil der Dissertation werden die Umsetzungen der Lokalen Agenda 21 Prozesse in drei Deutschen Städten einem Vergleich unterzogen. Dies erfolgt unter besonderer Berücksichtigung der dabei umgesetzten Partizipationsverfahren und -formen. Am Ende der Dissertation werden ausgehend von diesem Vergleich Handlungsanregungen für die Gestaltung von Agenda 21-Prozessen in Hinblick auf Partizipation gemacht.
- Stucki, Barbara & Vukelic, Ana (2008): Partizipation in der Stadtentwicklung von Bern. Am Beispiel des Grossprojekts Brünnen - Westside. Bern: Berner Fachhochschule für Soziale Arbeit.
Zwei Studierende der Berner Fachhochschule für Soziale Arbeit haben sich im Rahmen ihrer Diplomarbeit mit der Frage befasst, wie die Bevölkerung des betreffenden Stadtteiles der Stadt Bern bei der Entstehung des Stadtteils Brünnen - Westside partizipieren konnte. Die Arbeit ist in zwei Teile gegliedert: Im ersten Teil werden theoretische Grundlagen zu Partizipation und Stadtentwicklung präsentiert, während im zweiten Teil anhand von Experteninterviews praktisch beleuchtet wird, wie Partizipationsprozesse im Grossprojekt Brünnen - Westside realisiert wurden resp. wo dabei Probleme auftraten.
- Nolte, Frank (2006): Lokale Agenda 21 zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Nachhaltige Entwicklung, ihre Aufnahme in Recht und Praxis. Berlin: Duncker & Humblot.
Dissertation, die sich fundiert mit verschiedensten Themen rund um die Agenda 21 und ihrer lokalen Umsetzung befasst. Neben der in den einleitenden Kapiteln geleisteten Darstellung der Entstehung und Entwicklung der Agenda 21 sowie der Darstellung der Geschichte der Idee der Nachhaltigen Entwicklung ist das umfassende Kapiteln E der Partizipation und dem Dialog in lokalen Agenda 21-Prozessen gewidmet. Neben Problemfeldern der Partizipation werden dabei die Kommunikation, Aktivierungsprobleme und zu beachtende Akteure eingehend und konkret behandelt. Ein Abschnitt ist des Weiteren den neuen Partizipationsansätzen und -verfahren gewidmet (E, IV.). Nachgedacht wird in der Dissertation ausserdem über den Nutzen erfolgreicher Partizipation für Gemeinden (E, V.).
- Buchecker, Matthias & Schultz, Barbara (2000): Lebendiges Dorf, lebendiges Quartier. Wie Bewohnerinnen und Bewohner die Entwicklung mitgestalten. Ein Leitfaden. Birmensdorf: WSL.
Von der Abteilung Landschaft und Gesellschaft der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL herausgegebene Broschüre, die methodische Hinweise, wie Mitgestaltungsprozesse durchgeführt werden können, liefert. Des Weiteren werden Quellen für weiterführende Informationen präsentiert. Unter http://www.wsl.ch/land/products/lebendiges_dorf/ finden sich ausserdem die Broschüre ergänzende Internetangebote (wie z.B. eine Checkliste) sowie eine Plattform für den Erfahrungsaustausch.
- Klages, Helmut et al. (2008): Bürgerbeteiligung durch lokale Bürgerpanels. Theorie und Praxis eines Instruments breitenwirksamer kommunaler Partizipation. (Band 32 der Reihe "Modernisierung des öffentlichen Sektors"). Berlin: Edition Sigma.
Dieses Buch präsentiert die Erfahrungen mit der Bürgerbeteiligungsmethode "lokales Bürgerpanel". Neben den im zweiten Kapitel präsentierten Ergebnissen der Engagementsforschung allgemein werden in den Hauptkapiteln des Buches konkrete Bürgerbeteiligungsverfahren und die dabei angewendeten Methoden vorgestellt und analysiert ("Bürgerpanels" aus Deutschland und Grossbritannien). Aufgrund der Darstellung dieser Erfahrungen werden in den abschliessenden Kapiteln Lessons Learned präsentiert, die helfen, die Bürgerbeteiligung zu erhöhen.
- Verein Lokale Agenda 21 (2000): Handbuch Lokale Agenda 21. Bern: Bundesamt für Raumentwicklung.
In diesem als Nachschlagewerk aufgebauten und in einem Ordner ausgelieferten Handbuch werden neben der einleitenden Darstellung der Grundlagen zur LA21 - in 12 Schritte gegliedert - alle Phasen von der Zielsetzung über die Organisation bis hin zur Wirkungsbeurteilung thematisiert. Dabei werden viele konkrete Handlungsempfehlung für AkteurInnen eines LA21-Prozesses präsentiert. Anhand der vielen herangezogenen Beispiele wird ausserdem die Vielfalt der LA21-Prozesse in der Schweiz sichtbar. In den hinteren Teilen des Handbuches finden sich eine Werkzeugsammlung für die Praxis, eine Checkliste (die auch im Internet abrufbar ist), ein umfassendes Literaturverzeichnis sowie verschiedene Adressverzeichnisse von im Bereich der LA21- und Nachhaltigkeitsprozessen allgemein aktiven Stellen (Trägervereine LA21, NGOs, Bundesämter u.ä).
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Weiteres dazu im
Handbuch
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Dokumentinformationen
- Autor: R. Salkeld
- Erstellt:
04. März 2005
- Redaktor: A. Mordasini
- Dokumententyp: Begleitaufgaben
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