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 Handbuch:  Thema: Lebensqualität

 Handlungsfelder zum Thema: Lebensqualität  
 

Handlungsfeld Bereitstellung spezieller Angebote für Familien, Alter, Jugend

Kurz gesagt: Die Bereitstellung spezieller Angebote (Beratung, Wohngelegenheiten, Treffpunkte etc.) für verschiedene Zielgruppen wie Familien, ältere Menschen und Jugendliche fördert die soziale Integration in der Gemeinde. Es bietet sich an, die Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen zu suchen, die in diesem Handlungsfeld bereits aktiv sind.

 

Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

Eine Gemeinde kann eigene Angebote für Familien, ältere Menschen und Jugendliche pflegen und schaffen, sie kann aber auch die Zusammenarbeit mit Institutionen und Organisationen (Kirchen, Vereinen, NGOs mit Regionalgruppen) suchen, die bereits aktiv sind. In diesem Handlungsfeld gibt es viele engagierte Institutionen, die auf verschiedene Zielgruppen spezialisiert sind.

 

Familien – Kontakte fördern und Beratung anbieten

Familien profitieren von einem guten sozialen Netz, nicht nur sozial, sondern auch im Hinblick auf die Kinderbetreuung. Gemeinden können mit Neuzuzüger-Anlässen gleichzeitig über die Gemeinde informieren und den Familien Gelegenheit für das Gestalten ihres sozialen Netzes bieten. Kurse sind ebenfalls willkommene Gelegenheiten, lokale soziale Banden zu stärken und Zugezogene mit Alteingesessenen zu „durchmischen“.

Beratungsangebote (z.B. Mütter-/Väterberatung) erleichtern Übergänge in die Elternschaft, bei Schuleintritt und -wechsel der Kinder etc. und bieten ebenfalls Kontaktgefässe.

 

Alter – Ressourcen nutzen und neue Wohnformen fördern

Viele Menschen im Pensionsalter verfügen über brach liegende Ressourcen und gewinnen an Lebensqualität, wenn sie diese aktiv in die Gesellschaft einbringen können, z.B. in einem Tauschring (>> Handlungsfeld Förderung von Nahversorgungsmöglichkeiten).

Das Beispiel „Werkhaus Antirost“ demonstriert eine weitere Möglichkeit, wie der Übergang ins Pensionsalter erleichtert werden kann. Seit 1987 erleichtert es das Werkhaus Antirost Ruheständlern, nach Beendigung ihres Beruflebens selbstbestimmte, kreative Tätigkeiten auszuüben. In verschiedenen Gruppen und Arbeitsbereichen kann eine breite Palette von v.a. (kunst-) handwerklichen Tätigkeiten ausgeübt werden.

Zwischen den Anforderungen an das Wohnen im Alter und den Anforderungen an nachhaltige Siedlungen finden sich zahlreiche Zielharmonien, z.B. die Notwendigkeit lokaler Versorgung (>> Handlungsfeld Förderung von Nahversorgungsmöglichkeiten). Im Altersleitbild des Kantons Luzern beispielsweise (vgl. Links) kommen solche Zielharmonien zum Ausdruck.

 

Jugend – Strukturen und Orientierung fördern

Jugendliche haben heute die Qual der Wahl, wenn es um die Freizeitgestaltung geht, sind aber durch die zunehmenden Freiheiten oft desorientiert und überfordert. Das Bereitstellen von Infrastrukturen sollte deshalb im Idealfall durch Personen begleitet werden, die für die Jugendlichen Modellpersonen und Orientierungspunkte darstellen. Ein Beispiel für Infrastrukturen sind Treffpunkte: Im Telliquartier wurde ein Bus zum Treffpunkt für Jugendliche umgebaut. Mit dem Angebot "KulTour in den Schulen" informieren die Kulturinstitutionen der Stadt Langenthal über Vielfalt und Aktualität möglicher kultureller Aktivitäten für die Schulen. Ein Engagement lokaler Institutionen und des lokalen Gewerbes in Schulen können Zukunftsaussichten von SchülerInnen in einer Gemeinde fördern. Gemeinden können z.B. eine Plattform für die Suche nach Lehrstellen oder eine „Last-Minute-Börse“ für Lehrstellensuchende anbieten.

 

Phase A: Vorbereitung – wie fangen wir es an?

 Wegmarken Phase A

Bei den Vorabklärungen in diesem Bereich ist es wichtig, die verschiedenen Zielgruppen zu eruieren und herauszufinden, welche Ämter für ihre Belange zuständig sind. Ein Problembewusstsein kann gestärkt werden, indem gewisse soziale Probleme und ihre Ursachen sowie die Möglichkeiten, diesen Problemen entgegen zu wirken, aufgezeigt werden. Es muss deutlich gemacht werden, dass verschiedene Zielgruppen unterschiedliche Bedürfnisse haben und unterschiedliche Angebote erfordern.

 

Phase B: Vision – welche Zukunft wollen wir?

 Wegmarken Phase B

Bei der Entwicklung von Zielen und Leitbildern sollten v.a. auch VertreterInnen jener Zielgruppen eingebunden werden, die ein Angebot später auch nutzen sollen (>> Akteure mobilisieren und begleiten).

 

Phase C: Analyse – wo stehen wir?

 Wegmarken Phase C

Im Sinne einer sozialen Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit kann die Gemeinde abklären, ob und bei welcher Zielgruppe Lücken im Angebot bestehen, für die es eine Nachfrage gäbe.

Der Gemeinde kommt in diesem Handlungsfeld v.a. die Rolle zu, geeignete „Gefässe“ für Angebote zu finden und diese zu fördern. Im Idealfall kann sie die Rolle einer Mentorin übernehmen, die die Entwicklung und Nutzung der Angebote überwacht, während die Betreuung der Angebote von anderen Institutionen (z.B. Vereinen) organisiert wird und zumindest ein Teil der Finanzierung durch die Angebote selber erwirtschaftet wird.

 

Phase E: Evaluation – was haben wir erreicht?

 Wegmarken Phase E

Die Evaluation (der gesellschaftlichen Relevanz eines Angebotes) darf nicht nur auf quantitative Aspekte wie Anzahl der NutzerInnen beschränkt bleiben, sondern sollte v.a. auch qualitative Merkmale der Nutzung und des damit verbundenen Beitrages zum Wohl der Gemeinde und ihrer EinwohnerInnen erfassen.

 

Linkverzeichnis

  • http://www.werkhausantirost.de
    Das Beispiel „Werkhaus Antirost“ demonstriert eine Möglichkeit, wie der Übergang ins Pensionsalter erleichtert werden kann. In verschiedenen Gruppen und Arbeitsbereichen können die Seniorinnen und Senioren eine breite Palette von v.a. (kunst-) handwerklichen Tätigkeiten ausüben.
  • http://www.disg.lu.ch/index/alter.htm
    Altersleitbild des Kantons Luzern
  • http://www.lokaleagenda21.ch
    In Rheinfelden sind auch spezielle Angebote für Migrantinnen und Migranten Teil der LA21, beispielsweise Partizipationsmöglichkeiten ausländischer MitbürgerInnen und „niederschwellige“ Deutschkurse.
  • http://www.telli-quartier.ch/
    Im Telliquartier wurden in den Bereich Gemeinwesen und Siedlungsentwicklung verschiedene Projekte realisiert oder geplant, die sich speziell an Jugendliche richten.


 Weiteres dazu im
 Handbuch

 Links

 Dokumentinformationen
  • Autorin: S. Bruppacher
  • Erstellt:
    19. Oktober 2004
  • Redaktorin: K. Gasser
  • Dokumententyp: Handlungsbereiche