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 Handbuch:  Vorbereitung – wie fangen wir es an?

 Phase A: Vorbereitung – wie fangen wir es an?

Finanzierung sicherstellen

Frage: Wo kann nach finanziellen Mitteln für die Unterstützung des LA21-Prozesses in einer Gemeinde gesucht werden?

Kurz gesagt: Die Finanzierung des LA21-Prozesses muss frühzeitig sichergestellt werden. Verschiedene Programme der Bundesverwaltung sowie kantonale Fachstellen bieten den Gemeinden Unterstützung an. Es besteht aber auch die Möglichkeit, bei Stiftungen Finanzierungsanträge zu stellen, private Unternehmen durch Sponsoring einzubinden oder Partnerschaften mit Universitäten und Fachhochschulen einzugehen.

 

Bund und Kantone

In der Verwaltung kann in den Bereichen Wirtschaft, Soziales und Umwelt nach Mitteln gesucht werden, da eine LA21 jeden dieser Bereiche betrifft. Viele Kantone haben auch eigens für nachhaltige Entwicklung zuständige Fachstellen eingerichtet. Manche dieser Fachstellen bieten den Gemeinden finanzielle Unterstützung für Vorhaben im Zusammenhang mit nachhaltiger Gemeindeentwicklung an. Art und Umfang dieser Unterstützung sind aber von Kanton zu Kanton verschieden und müssen einzeln abgeklärt werden (>> LA21 – Zuständigkeiten in der Schweiz).

Auf nationaler Ebene fördern verschiedene Programme Vorhaben im Bereich der nachhaltigen Entwicklung, so z.B.

  • Förderprogramm für die Nachhaltige Entwicklung des Bundesamtes für Raumentwicklung: Das Förderprogramm unterstützt Projekte, welche Prozesse der nachhaltigen Entwicklung auf kommunaler, regionaler und kantonaler Ebene initiieren. Die Projekte müssen innovativ und beispielhaft sein.
  • Aktionsplan Umwelt und Gesundheit des Bundesamtes für Gesundheit: Der Aktionsplan Umwelt und Gesundheit fördert die Verbindung von gesundheitsbewusstem und umweltschonendem Verhalten. Unterstützt werden Projekte in den Bereichen Mobilität (vermehrte Fortbewegung zu Fuss, mit dem Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln), Natur (gesunde Ernährung mit regionalen Produkten aus umweltgerechter Produktion) und Wohnen (Förderung eines guten Wohnumfeldes).
  • EnergieSchweiz für Gemeinden des Bundesamtes für Energie: Im Rahmen von EnergieSchweiz unterstützt das Bundesamt für Energie das Label Energiestadt. Das Label wird aufgrund eines Auditsystems an Gemeinden vergeben, die Anstrengungen im Bereich erneuerbare Energie und Energieeffizienz unternehmen.
  • Regio Plus des Staatssekretariat für Wirtschaft: Auch ohne ausdrückliche Berufung auf die Ziele einer nachhaltigen Entwicklung spielt das Programm Regio Plus eine wichtige Rolle für eine nachhaltige Entwicklung in ländlichen Gebieten. Ziel von Regio Plus ist es, den ländlichen Raum als attraktiven Wohn- und Arbeitsort zu erhalten.

 

Stiftungen

Es besteht auch die Möglichkeit, bei Stiftungen und Verbänden nach finanziellen Mitteln für den LA21-Prozess insgesamt oder einzelne Schritte davon zu suchen. Es empfiehlt sich aber, genau zu prüfen, welchen Zweck eine Stiftung verfolgt, bevor ein Gesuch gestellt wird. Dadurch kann vermieden werden, dass aufwändige Gesuche verfasst werden, die von Anfang an aussichtslos sind, da die betreffende Stiftung gar keine Vorhaben dieser Art unterstützt. Dazu bietet sich das eidgenössische Stiftungsverzeichnis an, das auch in elektronischer Form verfügbar ist (siehe Links).

 

Private Unternehmen

Konkrete Projekte können durch private Unternehmen gesponsert werden. Es lohnt sich, die Liste der in der Gemeinde ansässigen Firmen unter diesem Gesichtspunkt durchzugehen und zu überlegen, welche Betriebe für Sponsorengelder angefragt werden könnten. Das Sponsoring ist aus zwei Gründen wichtig: Erstens können mit Hilfe der Sponsorengelder die betreffenden Vorhaben finanziert werden, und zweitens werden auf diese Art und Weise zusätzliche Personen und Institutionen in den Prozess eingebunden: Wer ein Projekt mitfinanziert oder durch Sachleistungen unterstützt, dem ist auch daran gelegen, dass es erfolgreich verläuft. Das eine oder andere Unternehmen ist auf diese Weise eventuell sogar bereit, sich auch an konkreten Massnahmen, die aus der Agenda 21 hervorgehen (z.B. Einstellen von mehr Teilzeitkräften), zu beteiligen.

Beim Sponsoring ist es den Geldgebern nicht zu verdenken, dass sie selbst auch profitieren möchten. Gemeinden können z.B. Spendenquittungen über gespendete Sachleistungen ausstellen oder den Sponsoren an geeigneter Stelle (Pressemitteilung, Broschüre, Plakat...) mit einer kleinen Anzeige oder der Namensnennung danken.

Die Auswahl des richtigen Geldgebers ist nicht zu unterschätzen. Ein falscher (sprich unglaubwürdiger) Sponsor kann der LA 21 manchmal mehr schaden als nützen.

 

Partnerschaft mit einer Universität oder Fachhochschule

Hochschulinstitute, die sich mit Fragen der Nachhaltigkeit befassen, können den LA21-Prozess einer Gemeinde begleiten, gezielt Fragen oder Probleme untersuchen und/oder bestimmte Prozessschritte vorbereiten, evaluieren oder selber durchführen. Klassischerweise wird von den Gemeinden eine solche Unterstützung in den Bereichen der Visionen- bzw. Szenario-Entwicklung, der Ist-Analyse, der Massnahmenbestimmung oder der Evaluation in Anspruch genommen. Auch bei der Identifizierung und Bearbeitung von Zielkonflikten ist eine Zusammenarbeit denkbar.

Eine Partnerschaft mit einer Universität oder Fachhochschule hat verschiedene Vorteile: Entscheidungen und Verfahren können besser fundiert, und es kann vom Fachwissen der WissenschaftlerInnen profitiert werden. Möglicherweise eröffnen sich zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten, dann nämlich, wenn der LA21-Prozess in ein Forschungsprojekt eingebunden wird und deshalb Forschungsgelder beantragt werden können.

Eine solche Partnerschaft kann aber auch Nachteile haben: Der LA21-Prozess unterliegt dadurch nicht nur der kommunalen Logik, sondern auch der Forschungslogik, und es beteiligen sich Personen am LA21-Prozess, die nicht in dieser Gemeinde leben. Möglicherweise werden Ansprüche an den Prozess gestellt, die eine Gemeinde nicht immer erfüllen möchte und kann.

 

Linkverzeichnis

  • http://www.buergergesellschaft.de/praxishilfen/fundraising/103985/
    Verschiedene Tipps, Definitionen und Informationen rund um das Thema Fundraising.
  • http://www.service-eine-welt.de/finanzierungsratgeber/
    finanzierungsratgeber-start.html

    „Finanzierungsratgeber für Kommunen und NROs“ - ein Ratgeber für Kommunen und Nichtregierungsorganisationen. Eine ganze Reihe gelungener und innovativer Finanzierungsarten im Bereich nachhaltige Entwicklung sowie eine Datenbank mit potenziellen Geldquellen, die allerdings auf Deutschland fokussiert ist.
  • http://www.are.admin.ch/themen/nachhaltig/00262/00532/index.html
    Informationen zum Förderprogramm für die Nachhaltige Entwicklung des Bundesamts für Raumentwicklung. Das Programm unterstützt Projekte, welche Prozesse der Nachhaltigen Entwicklung auf kommunaler, regionaler und kantonaler Ebene initiieren.
  • http://web.archive.org/web/20080616145006/http://www.apug.ch/
    Informationen zum Aktionsplan Umwelt und Gesundheit (Bundesamt für Gesundheit), der die Verbindung von gesundheitsbewusstem und umweltschonendem Verhalten fördert und Projekte in diesem Bereich unterstützt. Hinweis zur Verlinkung: Da die ursprüngliche Website nicht mehr verfügbar ist, wird auf das Archiv www.archive.org verwiesen. Die Darstellung der verlinkten Seite kann vom Original abweichen und die Vollständigkeit des ursprünglichen Inhalts ist nicht in jedem Fall gegeben.
  • http://www.energiestadt.ch
    Informationen zum Label Energiestadt des Programms „EnergieSchweiz“: Sinn und Zweck des Labels, Vorgehen, um das Label zu erlangen etc.
  • http://www.regioplus.ch
    Programm Regio Plus des Staatssekretariats für Wirtschaft (seco). Dieses Förderprogramm für den ländlichen Raum läuft allerdings momentan aus, und es werden zur Zeit keine neuen Gesuche entgegen genommen.
  • http://www.edi.admin.ch/esv/05263/
    Eidgenössisches Stiftungsverzeichnis mit Stichwortsuche.

 

Literaturverzeichnis

  • Agenda-Transfer (2001): Lokale Agenda-21-Prozesse in Nordrhein-Westfalen. Ergebnisdarstellung einer Umfrage vom Februar 2001. Bonn: Agenda-Transfer.
    Steckbriefe der LA21-Prozesse in den Städten im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Der Abschnitt „Finanzierung und Personal“ gibt jeweils Auskunft darüber, wie die LA21 finanziert ist, in welcher Höhe das Budget liegt und wie viel Personal zur Verfügung steht.
  • Agenda-Transfer (2003): Lokale Agenda 21 in Nordrhein-Westfahlen. Personal und Finanzen. Ergebnisse einer Umfrage. Bonn: Agenda-Transfer.
    Eine solche Partnerschaft kann aber auch Nachteile haben: Der LA21-Prozess unterliegt dadurch nicht nur der kommunalen Logik, sondern auch der Forschungslogik, und es beteiligen sich Personen am LA21-Prozess, die nicht in dieser Gemeinde leben. Möglicherweise werden Ansprüche an den Prozess gestellt, die eine Gemeinde nicht immer erfüllen möchte und kann.


 Weiteres dazu im
 Handbuch

 Links

 Dokumentinformationen
  • Autorin: K. Gasser
  • Erstellt:
    19. Oktober 2004
  • Redaktorin: K. Gasser
  • Dokumententyp: Wegmarken